BFG-Reise 2005, Fliegenfischen in Slowenien
Erneut trieb uns unsere Leidenschaft zum Fliegenfischen nach Slowenien. Die grauen Tage der Schweiz
respektlos hinter uns lassend, freuten wir uns auf 5Tage Sonnenschein, Fliegenfischen und Risotto aus dem Benzinkocher -
was wollten wir mehr/Meer? Schnell waren die nötigsten Sachen gepackt, Zelt, Kochgeschirr und eine Handvoll Fliegen. So
zogen wir los, das BFG-Team, Brösel, Fredy und meine Wenigkeit (G=Gasi), das Abenteuer in Slowenien zu suchen. Halt! - Noch was vergessen? - Wer ist Fredy? Richtig, ihn kennt ihr noch nicht, er ist/ war sozusagen unser SLO-Neuling.
Als erstes bezogen wir unseren Posten auf dem Zeltplatz Danica, an den Ufern der Sava Bohinjka. Der
Zeltplatz war um diese Jahreszeit noch halb leer und so kriegten wir 3 Stunden gesunden Schlaf, bevor der Ruf der Fische uns aufweckte.
Alsbald besorgten wir uns am Morgen die Fischereierlaubnis für das Revier 1, welches sich vom See, bis zur Eisenbahnbrücke
von Bitnjah erstreckt. Wir starteten unsere ersten Fischversuche (?) gleich unterhalb des alten Sprungbretts. Kristallklares
Wasser, tiefe Rinnen und abwechselnd langsam und schnell fliessende Strecken luden uns zu einem herrlichen Angeltag. Die ersten
Bisse liessen nicht lange auf sich warten. Als Köder Nummer eins zeigte sich eine grosse schwarze Steinfliegennymphe etwas
zusätzliches Rot, konnte hierbei nicht schaden. Bis zum Mittag, hatte jeder von uns seine ersten Strikes und wir konnten
getrost eine längere Mittagspause einschlagen (Lasko_Nr.1).
Auf dem Weg zu unserem Verpflegungsposten, begegnete uns der erste Transporter, welcher einige schon überaus grosse
Regenbogenforellen in die Sava kippte. Dies trübte etwas unsere schönen Fänge vom Morgen. Wir liessen es uns aber nicht nehmen,
unser Glück beim Abendsprung erneut zu Versuchen. Dieses Mal starteten wir direkt am Zeltplatz, ein kurzer Blick um die Biegung
liess unser Herz fasterstarren. 100Meter unter uns teilten sich bestimmt 5 Fischer die anschliessenden Flussläufe.
Flucht nach oben war unser Motto, denn auch da sollte es genügend Fische haben. Wieder in Einklang mit der Natur, verstrich der Abend ziemlich ruhig. Die Aussage von Brösel: "Ich han sie", in gutem alten
Thurgauer Dialekt, liess Fredy und mich verdutzt innehalten. -Wie Sie? Es brauchte einige Sekunden, bis wir begriffen, dass er damit eine der schöneren Regenbogenforellen meinte. Sie war also der
Grund, weshalb sich Brösels Fliegenrute zu einem Halbkreis formte. Sicher gelandet *grins* (Alles Weitere wird für die
Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten, ausser es werden hohe Beträge auf mein Bankkonto überwiesen), mass der grösste Fisch,
welchen die Sava dieses Jahr für uns freigab, mehr als 60cm -Petri. Zur Feier des Tages, fanden wir uns kurze Zeit später auf
dem Campingplatz ein und beschlossen den Tag mit einigen Steinbock-Bieren (Lasko_Nr. 2, 3, xxx).
Am nächsten Tag wurden wir durch sanftes Vogelgezwitscher geweckt, eine Katzenwäsche und ein Kaffee liess uns endgültig wach
werden und schon sassen wir im Auto, in Richtung Radovna. Die Radovna liegt etwas nördlich von Bled. Hätten wir einen
Familienurlaub in Slowenien verbracht, hätten wir uns sicherlich die Vintgar-Schlucht (Gorje Vintgar) angeschaut, aber wir
waren ja zum Fischen gekommen, und so standen wir schon bald, in dem recht wilden Gebirgsflüsschen, die Fliegenruten aufgezäumt.
Die doch eher scheuen Saiblinge waren nicht so einfach an die Streamer und Nymphen zu bringen wie Tags zuvor die
Regenbogenforellen. Jedoch gab es doch so einige, welche unseren weissen Woolies nicht widerstehen konnten. Später am
Nachmittag zeigte sich die Farbe Rot in Form eines Eis, oder auch ein RoterWooly als Topfavorit. Der Tag an der Radovna
war fischereilich wunderschön. Die Bachforellen und Saiblinge sind wunderschön gezeichnet und die Landschaft einfach genial.
Nach einem überaus gemütlichen Nickerchen, zog es uns wieder zurück auf den Zeltplatz.
Schon war das Wochenende angebrochen, es war Samstag. Heute war es an der Zeit, unser Basiscamp weiter nach süden zu verlegen. Der Zeltplatz von Postojna (Pivka Jama) war leider vom Militär belegt, wodurch uns nur noch ein Ausweg blieb -Ljubljana, Ljubljana die liebliche Hauptstadt von Slowenien.
Der Campingplatz liegt direkt an den Ufern der Sava. Als Ausgangsort für unseren Trip an die Idrija nicht gerade ideal, doch fürs Après- Fishing war die Stadtnähe ein grosser Vorteil.
Nach 1,5 Stunden Fahrt lag sie dann endlich vor uns, schön wie immer. Ihre weichen Kurven zeichneten ein wunderbares
Bild in das durch die Morgensonne errötete Tal. - Die Idrijca.
Bald schon standen wir am kristallklaren Wasser und wie so oft stellte sich auch heute wieder die Köderfrage. Ich entschied
mich für eine kleine Steinfliegennymphe, und wie sich nur wenige Momente später zeigen sollte, war dies die richtige Wahl.
Kurze Augenblicke später zappelte eine schöne Bachforelle an meiner Fliegenrute, welche ich schnell wieder in ihr Element
zurücksetzte.
Weiter unten versuchte Brösel sein Glück. Mich aufklärend, weshalb er schon über 10 Minuten am selben Fleck stand, zeigte
er mir ein doch eher stattliches Exemplar einer Forelle - grösser 70? Sie schien jedoch nicht wirklich an seinen Ködern
interessiert zu sein. Auch Fredy hatte keine grossen Fangerfolge zu bekunden, als wir ihn einige Zeit später wieder trafen.
Wir entschlossen uns, mehrfach die Stellen zu wechseln jedoch auch ohne grösseren Erfolg. Plötzlich stockte uns das Blut
in den Adern. Am Einlauf eines grösseren Pools stand eine noch grössere Forelle. Wir schätzten sie jenseits der 90cm, -
Brechungsindex und Anglerlatein mit eingeschlossen, doch auch hier blieben jegliche Versuche, das Untier auch nur irgendwie
zum Anbiss zu verleiten, erfolglos. Nicht einmal meine, mit Liebe gebundene, Rehhaarmaus vermochte den Fisch zu beeindrucken.
Früh mussten wir an diesem Tag erkennen, dass heute wohl unsere Gegenspieler die Karten neu gemischt hatten und sie als
Gewinner vom Platz gehen würden. Somit überliessen wir ihnen das Spielfeld und fuhren zurück nach Ljubljana, wo vom
Après-Fishing noch so einiges zu erwarten war.
Über die Ereignisse der folgenden Nacht bin ich noch immer nicht bereit zu berichten. Wir möchten uns aber an dieser Stelle
bei unseren Fremdenführerinnen bedankten, welche uns in wirklich ausgezeichnete Bars entführt haben. Wie viele es waren,
kann niemand mehr mit Gewissheit sagen. Den Abschluss unseres Wochenendes bildete dann ein kleines Sightseeing quer durch
Ljubljana. Oben im Schloss liess wir unsere Reise noch einmal Revue passieren. Im Westen ging allmählich die Sonne unter
und tauchte die Dächer in ein dunkles, schon fast märchenhaftes Rot. Wieder einmal ging unser Besuch in Slowenien dem Ende
entgegen.
--> Zu den Fotos
Der kleine Slowenienratgeber:
Was Männer über Slowenien wissen sollten:
- Die Fischgründe sind gut
- Das Bier Lasko schmeckt besser als Union
- Busfahren in Ljubljana macht spass
Was Frauen wissen sollten:
- Ljubljana hat am meisten Singles
- 80% der Singles sind weiblich und gut aussehend
- Rock Otocec ist kein Fluss
- Die Geschäfte führen Markenschuhe zu guten Preisen
Herzlichen Dank an unseren Sponsor: LASKO PIVO
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