Reise durch das Karstgebirge bis hin zur Adria
Slowenien - Ein Land mit wunderbaren Fliessgewässern, Karstseen und einer beeindruckenden Landschaft.
Als kleinen Jungen setzte man mich einst vor den Fernseher darin lief "Der smaragdene Fluss". Ein Film über
die slowenische Soça und der darin heimischen, grosswüchsigen Marmorataforelle. Faszinierende Bilder
erweckten in mir den Wunsch, die Ufer der Soça einmal selbst zu begehen.
Ein Traum wurde wahr
Diesen Sommer war es dann soweit, unser Reiseziel hiess Slowenien.Im Vordergrund unseres Urlaubs stand das
Fliegenfischen, dem entsprechend verliefen auch meine Reisevorbereitungen.
Anstatt mich um meine Freundin zu kümmern, welche ich rücksichtslos zu Hause liess, verbrachte ich die
letzten Stunden vor unserer Abreise hauptsächlich mit Federn und Bindegarn.
Noch schnell einige Unterhosen und Socken in den Rucksack, Schlafsack und Zelt nicht vergessen, und schon waren
meine Vorbereitungen abgeschlossen.
Am Montag dem 22.7.2002 war es dann soweit, das Auto vollbepackt, verliessen wir die Schweiz in
Richtung Slowenien. Unsere Route führte uns über Innsbruck - Lienz - Villach, durch den Karawankentunnel.
Als es auf der anderen Seite wieder hell wurde, hatten wir die slowenische Staatsgrenze bereits
überschritten.
Unser erstes Etappenziel, den Campingplatz "Pivka Jama", erreichten wir nach acht Stunden fahrt
und einigen scheusslichen Kaffees auf den Autobahnraststätten.
Der Campingplatz liegt oberhalb von Postojna inmitten eines idyllischen Fichtenwaldes.
Der Zeltplatz, ist ein idealer Ausgangspunkt um die einzigartigen Schönheiten der
slowenischen Unterwelt zu entdecken. In unmittelbarer Nähe des Campingplatzes befinden sich die
bezaubernden Tropfsteingalerien der Grotte von Pivka und der, mit ihr verbundenen
Schwarzen Grotte (Crna jama). Nur 4 km vom Campingplatz entfernt befindet sich die weltberühmte
Grotte von Postojna.
Höhle von Postojna - Perle der Höhlenwelt
So liessen auch wir uns am nächsten Tag von der slowenischen Unterwelt anziehen und begaben uns ins
Innere der weltberühmten Höhle von Postojna. In ihr liegt das kostbarste verborgen was über Jahrmillionen
geschaffen wurde. Tropfen für Tropfen, Jahr für Jahr entstanden wunderschön geformte Stalaktiten und
Stalakmiten.
Uns überraschte die Weite des 20 km langen Geflechts trockener und Wasser führender Gänge.
Zudem fragten wir uns beim Anblick des Grottenolms, wie sich in diesem unberührbaren Reich Leben
erhalten konnte.
Menschlicher Fisch aus dem Karst
Es ist eines der absonderlichsten Lebewesen Proteus anguinus, -der Grottenolm
Der Olm kommt nur in den unterirdischen Karstgewässern Jugoslawiens und Italiens vor. Entdeckt
wurde er 1768 und ist seitdem das Highlight der jugoslawischen Höhlen. Zahlreiche Sagen und Gerüchte
ranken sich um diese Wesen aus der Unterwelt.Immer wieder wurden einzelne Exemplare an die Oberfläche
gespült, wo sie Aufgrund ihrer Seltenheit und ihres Aussehens, den Anlass für
wilde Spekulationen boten. Einst wurden sie soger für Drachenjungen gehalten.
Wissenschaftlich gehört der Grottenolm zu den Salamandern. Sein 20 bis 30 Zentimeter langer Körper gleicht
jedoch eher einem Aal -
von den kurzen, dünnen Beinen einmal abgesehen. Der Körper ist pigmentlos und erscheint weißlich-rot.
Daher wird der Olm auch "menschlicher Fisch" genannt. Seine Augen sind stark verkümmert und an den
Seiten des Kopfes tragen die Tiere rote Kiemenbüschel, mit denen sie unter Wasser atmen. Eine zoologische
Besonderheit ist die Tatsache, dass auch die erwachsenen Tiere Kiemenbüschel besitzen. Alle anderen
Salamander und Molche atmen nur als Kaulquappe über Kiemen. Die adulten Tiere nehmen den Sauerstoff über ihre Lungen auf.
In der folgenden Nacht schmiedeten wir unsere Pläne für die darauf folgenden Tage.
Nun, an dieser Stelle möchte ich mich bei den beiden Flaschengeistern, Chardonnay und Lasko, herzlich bedanken,
welche uns ein sehr kreatives Freizeitprogramm zusammenstellen liessen.
So stand am nächsten Morgen, Fliegenfischen auf dem Programm, daneben Stand Idrijca.
-Hatten wir noch Frauenbesuch gestern Nacht? Brösel erklärte mir, dass dies unser Reiseziel sei, ein Fluss,
langsam wurde ich nüchtern, und kurz darauf brachen wir auf.
Die wilde Idrijca
Was wir als erstes vom Fluss sehen konnten, war ein Traum. Kristallklares Wasser zwängte sich durch kleine Schluchten,
erholte sich in tiefen Gumpen und ergoss sich über kurze Rieselstrecken.
Schnell besorgten wir uns den Angelschein, an der Petrol Tankstelle, in der Ortschaft Indrijca, und schon kurze Zeit
später standen wir am Wasser und ergaben uns unserer Passion, - dem Fliegenfischen.
Wir durften einen schönen Angeltag erleben, in einer wundervollen Natur, an einem bezaubernden Fluss. -
Ein Tag mit vielen Forellen und einer winzigen Marmorata, welche ich nicht vergessen werde.
Zurück im Zelt liessen wir unseren Tag Revue passieren. Beim Lied "Perfect Day", schlief ich ein.
Teure Gehversuche an der Unec
Am Morgen weckte uns das Vogelgezwitscher, und nach einem kräftenden Frühstück starteten wir in unser nächstes
Fliegenfischer-Abenteuer.
Unser Ziel heute, war die Unijca, bzw. die Unec. Schon bei der Anreise hatten wir einen Blick von der Brücke gewagt
und sahen einige grosse Äschen und Forellen in der Strömung stehen. Die Fische waren so stattlich, dass wir den
hohen Kartenpreis bezahlten.
Was sich dann aber am Wasser abspielte, war der blanke Albtraum eines jeden Fliegenfischers.
Da standen Sie die zierlichen Äschen doch sie verschmähten alle unsere Fliegen, liessen die genau platzierten
Imitationen an sich vorüberziehen, ohne sich auch nur einmal dafür zu interessieren.
Die Sonne stand nun schon tief, und die schwarzen Wolken, im Westen, verhiessen nichts gutes, doch plötzlich verrieten
sich einige Fische, durch kleine Ringe, beim abendlichen Mahl.
Daraufhin folgte ein herrlicher Abendsprung, an den zu glauben, wir uns gar nicht mehr getraut hatten.
Mit dem Schlupf aber, kam auch das Gewitter, welches uns nach kurzer, aber erfolgreicher Zeit, zurück auf den Campingplatz
trieb.
In der Nacht regnete es in Strömen, entsprechend war auch unsere Motivation aufzustehen,
doch es trieb uns vorwärts, vorwärts ins Soça Tal.
Mit 17% Steigung an die Soça
Der Weg zur Soça führte uns über Kranjska Gora nach Bovec. Eine herrliche Passtrasse mit Renncharakter. Leider
nicht für alle, und so kostete uns ein kleiner roter Citroen im Schneckentempo mindesten 30 Minuten Fliegenfischen.
-Vielleicht schenkte er uns auch das Leben.
In Bovec besorgten wir uns die Angelkarte im Hotel Alp und standen Minuten später am Wasser der Soça. Da lag er nun
, der Fluss meiner Träume, der smaragdene Fluss.
Am Nachmittag gab die Soça einige herrliche Regenbogenforellen preis, und so durften wir am Abend auf einen gelungenen Ausflug
zurückblicken.
Chardonnay der Heimliche
Nun, da unsere Ferien nicht nur aus Fliegenfischen bestehen sollte, brachen wir am nächsten Tag unser Zelt ab und verliessen
Postojna in Richtung Adria. Es war interessant zu sehen, wie sich die grünen Wiesen und Wälder, schnell in eine karge Landschaft
wandelten. An der Küste angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem gemütlichen Zeltplatz. Und siehe da, in Portoroz wurden wir fündig.
Nun Fairerweise muss ich die Leute warnen, welche sich einen ruhigen Campingurlaub wünschen. Am Wochenende wird der Zeltplatz von Slowenischen Studenten überflutet und das Areal gleicht eher einem Zeltfestival oder Openair.
Also, wer keine Lust hat bis morgens um drei oder vier Uhr früh zu feiern, der sollte weitersuchen.
Wir allerdings genossen unsere Zeit auf dem Campingplatz und tankten neue Kräfte. Schliesslich lag noch ein Tag Fliegenfischen vor uns.
Diesmal zog es uns ganz in den Norden an die Sava.
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